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O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie grün sind deine Käufer…?

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Sein festlicher Anblick, seine duftenden Zweige, die blitzenden Lichtlein im satten Grün: Weihnachten ohne Tannenbaum ist nahezu unvorstellbar. Jedes Jahr landen über 30 Millionen Tannenbäume in deutschen Wohnzimmern.

Doch wussten Sie eigentlich, dass der Anbau von Weihnachtsbäumen Böden, Gewässern und Ökosystemen schadet? Eine Nordmanntanne – der „klassische“ Christbaum an Weihnachten – muss rund acht bis zehn Jahre lang wachsen, bis sie groß genug für den Verkauf ist? Dabei gedeiht der Baum nicht nur auf einer Plantage mit enormem Wasserverbrauch, sondern wird darüber hinaus auch mit Pestiziden behandelt und aufwändig nach Deutschland transportiert. Zu allem Überfluss verschwindet der Tannenbaum dann spätestens am 6. Januar wieder von der Bildfläche. Ein teurer Wegwerfartikel also, der nur sehr kurze Zeit genutzt wird.

Das geht auch anders!

Hier ein paar Tipps, wie Sie das Thema Christbaum möglichst nachhaltig gestalten und das Fest der Liebe ohne schlechtes Gewissen genießen können:

Bio-Weihnachtsbaum aus ökologischem Anbau

Achten Sie hierbei auf die Siegel, die einen ökologischen Anbau zertifizieren – beispielsweise Bioland, Naturland, Demeter, FSC oder geschützte Begriffe wie „Bio“ oder „Öko“. Der ökologische Fußabdruck einer Tanne, die hierzulande in einer Mischkultur aufwächst, ist um ein Vielfaches geringer.

Lange Verweildauer

Wer einen Baum hat, sollte diesen auch möglichst lange behalten. Denn je länger das Holz im Kreislauf ist, desto mehr Kohlendioxid kann es binden. Ganz wichtig: Die Tanne anschließend kompostieren bzw. recyceln lassen und nicht verbrennen!

Baum mieten

Das geht tatsächlich. Hierfür gibt es mittlerweile einige Anbieter, die den Weihnachtsbaum sogar liefern und abholen. Lohnt sich ökologisch gesehen allerdings nur bei kurzem Transportweg.

Baum selbst fällen

In manchen Regionen bieten Förster an, dass man sich seinen Christbaum unter Anleitung selbst fällt. Gute Ökobilanz trifft hier auf Spaßfaktor! Doch Achtung: Wer sich Weihnachtsbaum selbst schlägt, ohne dass eine Erlaubnis vorliegt, macht sich strafbar. Daher immer an die zuständigen Förster*Innen wenden.

Plastikbäume sind keine Alternative

Ein plausibler Gedanke, doch die Theorie scheitert oft an der Praxis. Denn damit sich eine Plastiktanne in ihrer Ökobilanz rechnet, muss sie knapp 20 Jahre lang wiederverwendet werden. Diese Lebenszeit ist den wenigsten Plastikbäumen gegönnt, denn die meisten verstauben auf dem Dachboden, gefallen nach einiger Zeit nicht mehr oder werden aus anderen Gründen entsorgt. Sie werden so zu Plastikmüll und so zu einem echten Problem. Doch nicht nur die Herstellung (aus Erdöl) und Entsorgung des Kunststoffs ist bedenklich, auch der Transport schlägt sich ökologisch gesehen negativ zu Buche. Die meisten Plastik-Weihnachtsbäume kommen aus Asien und hinterlassen allein schon durch die langen Transportwege einen großen ökologischen Fußabdruck. Ganz davon abgesehen, dass die Produktionsbedingungen in Fernost alles andere als nachhaltig oder fair sind.

Der richtige Baumschmuck

Lametta und Deko-Kugeln aus Plastik sind nicht mehr zeitgemäß und zudem umweltschädlich. Wer seinen Baum nachhaltig schmücken möchte, greift am besten zu Schmuck aus Holz, Papier oder Stroh. Aber auch Nüsse, Stoffbänder oder Essbares wie Plätzchen oder Orangenschalen eignen sich hervorragend. Echte Kerzen am Baum sind zwar traditionell, aber auch ganz schön gefährlich. Um bei der Beleuchtung auf Nummer sicher zu gehen und gleichzeitig Energie zu sparen, bieten sich LED-Lichterketten an.

Upcycling beachten

Weihnachten ist vorbei und die Tanne hat ausgedient. Doch bevor der Baum zum Abtransport freigegeben wird, hier noch einige Ideen zur Widerverwendung: Die Nadeln eines ökologischen Baumes eignen sich beispielsweise hervorragend als duftender Badezusatz. Die Zweige hingegen dienen als Frostschutz für Pflanzen im Garten, während die Nadeln Schnecken abwehren. Aus Tannennadeln von Bio-Bäumen lassen sich außerdem ganz einfach gesunde Tees und belebende Körperöle herstellen. Fein gemörsert ergeben die Nadeln ein würziges Pulver, mit dem sich Speisen über das ganze Jahr verfeinern lassen. Oder aber als Räucherwerk eingesetzt sorgen Tannen-, Fichten- oder Kiefernnadeln ganzjährig für einen frischen Duft in den eigenen vier Wänden.

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