search icon
close search

News

TLH-Kooperationspartner für Innovationspreis nominiert

Download article Print Article

Nachhaltig und mit ganz besonderen Einsatzgebieten: Die DITF Denkendorf hat sich mit der Entwicklung von Kohlenstofffasern aus Holz gegen zahlreiche Mitbewerber durchgesetzt und es ins Finale der „Cellulose Fibre Innovation of the Year 2022“ geschafft. Vergeben wird der Preis Anfang Februar in Köln.

© DITF

Zum zweiten Mal kürt das nova-Institut für Ökologie und Innovation im Rahmen der „International Conference on Cellulose Fibres 2022“ herausragende wissenschaftliche Forschung, die nachhaltige Lösungen für die Wertschöpfungskette von Zellulosefasern liefert. Mit dabei: Die DITF Denkendorf, die sich mit dem Thema „Kohlestofffasern aus Holz“ auseinandersetzt, das ressourcenschonende Alternativen zu Fasern auf fossiler Basis liefert. Das Event, das am 2. und 3. Februar 2022 als Hybridveranstaltung in Köln stattfindet, versteht sich als internationales Forum für die Entwicklung neuer Zellulosefasern und -materialien sowie deren Herstellungsverfahren. Der Konferenzbeirat hat unter zahlreichen Einreichungen sechs Produkte nominiert, die durch nachhaltige Produktionsverfahren und besondere Einsatzmöglichkeiten überzeugen.

Das Kompetenzzentrum Biopolymerwerkstoffe der DITF Denkendorf hat sich am Wettbewerb mit der Vorstellung von Kohlenstofffasern (Carbonfasern) beteiligt, die in einem neuartigen und nachhaltigen Verfahren aus dem Rohstoff Holz gewonnen werden. Die HighPerCellCarbon®-Technologie beschreibt ein patentiertes Verfahren, das unter der Federführung von Dr. Frank Hermanutz weiterentwickelt worden ist: Dabei können in einem nachhaltigen und besonders umweltschonenden Prozess Carbonfasern auf der Basis von Biopolymeren erzeugt werden. Das HighPerCellCarbon®-Verfahren umfasst das Nassspinnen von Zellulosefasern unter Verwendung ionischer Flüssigkeiten (IL) als Direktlösungsmittel. Das Filamentspinnverfahren stellt den zentralen technischen Teil. Es erfolgt in einem umweltfreundlichen und geschlossenen System. Das Lösungsmittel (IL) wird dabei vollständig rezykliert. Die auf diesem Wege erzeugten Zellulosefasern werden in einem weiteren Entwicklungsschritt durch einen Niederdruck-Stabilisierungsprozess direkt in Carbonfasern umgewandelt, gefolgt von einem geeigneten Carbonisierungsprozess. Während des gesamten Verfahrensablaufes entstehen keine Abgase oder giftigen Nebenprodukte.

Das HighPerCellCarbon®-Verfahren überzeugt damit gleich mehrfach hinsichtlich Nachhaltigkeit: Neben der Rezyklierfähigkeit des verwendeten Lösungsmittels steht besonders die Verwendung des Rohstoffs Holz für Ressourcenschutz. Erdölbasierte Ausgangsstoffe, die üblicherweise in der industriellen Herstellung von Carbonfasern Verwendung finden, werden durch nachwachsende Biopolymere substituiert. Carbonfasern setzt man in vielen Leichtbauanwendungen ein. Der weltweite Bedarf ist seit Jahren von deutlichen Zuwachsraten geprägt. Ein umweltfreundliches Produktionsverfahren wie HighPerCellCarbon® ist elementar für das nachhaltige Wirtschaften einer wichtigen Industriebranche.

Die Kooperation der Technikum Laubholz GmbH mit den Deutschen Instituten für Textil und Faserforschung besteht seit Anfang des Jahres und hat zum Ziel, neuartige und technische Einsatzmöglichkeiten von Laubholz zu erschließen und in marktfähige Produkte zu überführen. Ein weitreichender Technologietransfer schafft dadurch die Grundlagen für eine fundierte und wissensbasierte Zusammenarbeit.


Info:                           

Zellulosefasern sind eine Erfolgsgeschichte innerhalb des Textilmarktes mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate zwischen 5 und 10 Prozent in den vergangenen zehn Jahren – ähnliche Wachstumsraten werden von Experten auch für das nächste Jahrzehnt erwartet. Damit sind Zellulosefasern die am schnellsten wachsende Fasergruppe in der Textilindustrie und zugleich der größte Investitionssektor in der globalen Bioökonomie.

Download article Print Article